Regenwasser-Lexikon

Alles was Sie wissen sollten

Wasser, das durch den Gebrauch verändert wird und deshalb zu beseitigen ist. Es wird in die Kanalisation, in ein Gewässer (Vorfluter) oder in den Untergrund eingeleitet. Nach DIN 4045 wird Abwasser in Schmutzwasser, Regenwasser, Fremdwasser (z. B. durch undichte Rohre eindringendes Grundwasser), Mischwasser, Kühlwasser unterschieden. Abwasser gilt strafrechtlich als Abfall.

Regenwasser, das nicht durch Gebrauch verändert wurde, nimmt eine Sonderrolle ein.

Wasser, welches in die öffentliche Kanalisation abläuft, muss in der Regel als Abwasser bezahlt werden. Wird eine gesplittete Gebühr für Schmutz- und Regenwasser erhoben, berechnet sich die Gebühr für das private Schmutzwasser nach der Menge des bezogenen Trinkwassers. Für das Regenwasser dagegen, nach der versiegelten Fläche.

Einleitung des Regenwassers in den Regenspeicher, so dass die Aufwirbelung von Sedimenten verhindert wird.

Synonyme: Brauchwasser, Nutzwasser

Betriebswasser ist Wasser, welches industriellen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder ähnlichen Zwecken dient, ohne dass Trinkwasserqualität verlangt wird (Ausnahme: Lebensmittelbetriebe).
Betriebswasser muss bestimmte Eigenschaften haben, die vom speziellen Einsatzzweck abhängig sind. Betriebswasser ist zum Beispiel Niederschlagswasser aus Regenwasser-Zisternen.

Ende des vorigen Jahrhunderts wurden in mehreren Städten Deutschlands neben den Trinkwassernetzen auch Betriebswassernetze eingerichtet. Diese dienten vor allem industriellen und gewerblichen Zwecken wie der Stadtreinigung, der Bewässerung von öffentlichen Grünanlagen und zum Teil auch der Gartenbewässerung privater Haushalte.

Unter Bewässerung versteht man die Versorgung von Kulturland mit Wasser. Ziel ist es, das Wachstum von Pflanzen zu fördern und fehlenden Regen zu ersetzen. Vor allem in ariden Regionen, wo die Verdunstung größer als der Niederschlag ist, wird künstlich bewässert. Aber auch in humiden Regionen, in denen der Niederschlag größer als die Verdunstung ist, werden bestimmte Pflanzen bewässert, um saisonale Trockenphasen zu überbrücken.

Methoden der Bewässerung:

  • Gießen
  • Verrieselung
  • Beregnung
  • Überflutung
  • Unterflurbewässerung
  • Tröpfchenbewässerung

Die Qualität des Bewässerungswassers muss zum einen den Anforderungen der zu bewässernden Pflanzen und zum anderen bestimmten hygienischen Mindeststandards entsprechen. Dabei kann Bewässerungswasser Grundwasser, Wasser aus Seen und Flüssen sowie aufbereitetes Abwasser oder gespeichertes Regenwasser sein.

Synonyme: Betriebswasser, Nutzwasser

siehe Betriebswasser

Entwässerung ist das Abführen von Schmutz- und Regenwasser aus Industrie und Haushalten, Oberflächenwasser von Sportplätzen und Straßen sowie deren Sammlung und Ableitung in die Kanalisation. Es wird zwischen der offenen (Wassergraben, Regenrinne…) und der geschlossenen Entwässerung (Regenrohr…) unterschieden.

Verhältnis des, der Regenwassernutzungsanlage jährlich zufließenden, Regenwassers zum Gesamtregenwasser in der zugehörigen Niederschlagsfläche (Quelle: DIN 1989-1).

Der Ertragsbeiwert wird für die Berechnung des jährlichen Regenwasserertrags benötigt.

Synonyme: Filtrierung, Filterung

Hierbei handelt es sich um ein mechanisches Trennverfahren. Mithilfe eines Filters wird ein Feststoff-Flüssigkeits-Gemisch in Flüssigkeiten (Filtrat) und Feststoffe (Filterkuchen) aufgespalten bzw. getrennt. Bei der Trinkwasseraufbereitung wird dabei oft Aktivkohle oder Quarzsand verwendet.

Wasser, welches durch Versickerung von Niederschlägen oder aus Seen und Flüssen in den Erdboden eingedrungen ist.

Grundwasser macht mengenmäßig den größten Teil des unterirdischen Wasservorkommens aus und nimmt am Wasserkreislauf teil. Es füllt die Hohlräume der Erdrinde aus. Die Bewegung wird ausschließlich von der Schwerkraft und den durch die Bewegung ausgelösten Reibungskräften bestimmt.

Die Verweilzeit des Grundwassers reicht bis zu vielen Millionen Jahren.

Verfahrenstechnisch bedingtes Restwasservolumen zur Sicherstellung eines Wasserstandes bei dem zum Schutz der Pumpe weder Sediment, noch Schwimmschicht angesaugt werden. (Quelle: DIN 4049-3)

Vorrichtung für die zusätzliche Zuführung von Trink- oder Nichttrinkwasser in Betriebswasseranlagen. (Quelle: DIN 1989-1)

Aus der Lufthülle ausgeschiedenes Wasser (z. B. Regen, Schnee, Nebel, Tau) (Quelle: DIN 4049-3)

Jährlich zu zahlender Betrag pro Quadratmeter versiegelte und an den öffentlichen Kanal angeschlossene Fläche eines Grundstücks.

Die Abwassergebühr muss nur dann bezahlt werden, wenn die versiegelte Fläche auch an die öffentliche Kanalisation angeschlossen ist. Sollte das gesamte anfallende Regenwasser auf dem Grundstück verwertet oder versickert werden, muss keine Abwassergebühr bezahlt werden.

Niederschlag an einem bestimmten Ort, ausgedrückt als Wasserhöhe über einer horizontalen Fläche für eine betrachtete Zeitspanne. (Quelle: DIN 4049-3)

D. h. die Niederschlagshöhe entspricht der Menge an Niederschlag, die an einem bestimmten Ort über einen bestimmten Zeitraum anfällt.

Volumen, das während des Betriebes vollständig genutzt werden kann (Quelle: DIN 1989-1)

Synonyme: Betriebswasser, Brauchwasser

siehe Betriebswasser

Oberflächenwasser ist Quell- oder Niederschlagswasser, welches an der Geländeoberfläche steht oder abfließt und nicht in den Boden eindringt. Dazu zählen Seen und Flüsse.

Oberflächenwasser ist meistens durch gelöste Schadstoffe oder Schwebstoffe verschmutzt und kann erst nach einer Wasseraufbereitung als Trinkwasser genutzt werden.

Synonym: Regenzisterne

Behälter um Regenwasser zu sammeln. Ein Regenspeicher kann unterirdisch eingebaut werden (Erdtank) oder frei aufgestellt werden, innerhalb oder außerhalb des Geländes.

Wasser aus natürlichem Niederschlag, das nicht durch Gebrauch verunreinigt wurde. (Quelle: DIN EN 12056-1:2000)

Behandlung, Reinigung des Niederschlagswassers vor der Einleitung in ein Gewässer oder vor der Versickerung. Die Intensität der Reinigung wird einerseits von der Beschaffenheit der Flächen, andererseits von der Aufnahmefähigkeit des belasteten Gewässers bestimmt. Geregelt wird die Notwendigkeit zur Regewasserbehandlung im Wasserhaushaltsgesetzt, zusammen mit den technischen Regelwerken DWA M 153 und dem Entwurf der DWA A 102.

Regenwasserbewirtschaftung ist der Oberbegriff zur Regenwassernutzung, Regenwasserversickerung, Regenwasserverdunstung, Regenwasserbehandlung und Regenwasserrückhaltung.

Ziel der Regenwasserbewirtschaftung ist die Annäherung an den ursprünglichen Wasserhaushalt der Natur. Weitere Effekte sind die Reduzierung der ins Kanalnetz abfließenden Wassermassen und Schmutzfrachten. Hinzu kommen die Verminderung des Trinkwasserbedarfs, falls Regenwasser genutzt wird und die Verbesserung der Luftqualität bei Verdunstung.

Regenwassernutzung bezeichnet die Verwendung von Regenwasser, das von Sammelflächen abgeleitet und in meist unterirdischen Sammelbehältern (Regenwasser-Zisternen) aufgefangen wird. Über Pumpen, Filter und separate Versorgungsleitungen wird es von dort zu den Zapfstellen transportiert. Regenwasser kann in Deutschland für die Toilettenspülung, Waschmaschine und Gartenbewässerung genutzt werden. Ein 4-Personen-Haushalt kann bis zu 70.000 Liter Trinkwasser pro Jahr durch die Regenwassernutzung sparen. Auch in Industrie und Gewerbe gibt es zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten.

Niederschlagswasser sollte möglichst an der Stelle seines Anfalls versickern. Ist dies nicht möglich, so wird in vielen Fällen die vorübergehende Speicherung (Rückhaltung oder Retention) von Regenwasser in Rückhalteräumen notwendig, um die Abflusssysteme vor Überlastung zu schützen bzw. deren Dimension zu begrenzen.

Synonym: Versickerung

Überschüssiges Regenwasser wird abgeleitet und versickert in den Boden.

In Regenwasserzentralen sind Betriebswasserpumpen, Nachspeisung und Systemsteuerung in einem Bauteil werkseitig montiert. (Quelle: DIN 1989-1)

Synonym: Regenspeicher

siehe Regenspeicher

Körper im Boden, der mit Kies, Schotter oder speziellen Kunststoffelementen gefüllt ist und in dem zugeführtes Regenwasser zwischengespeichert wird, bevor es in das umgebende Erdreich versickert. (Quelle: DIN 1989-1)

Die höchste Ebene, bis zu der das Wasser aus einer Entwässerungsanlage ansteigen kann. (Quelle: DIN EN 12056-1)

Abscheidung von Feststoffen aus dem Wasser mithilfe der Schwerkraft. (Quelle: DIN 4046)

In den Untergrund versickerndes grundwasserbildendes Wasser aus Oberflächengewässer oder Niederschlägen. Die Wasserqualität ist vor allem von den durchflossenen Gesteinszonen abhängig.

Süßwasser, welches für den menschlichen Genuss und Gebrauch geeignet ist und bestimmte in Gesetzen und anderen Rechtsnormen festgelegte Güteeigenschaften erfüllen muss. Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel, denn es kann nicht ersetzt werden. Die Eigenschaften des Trinkwassers sind in der Trinkwasserverordnung geregelt.

Grundanforderungen an Trinkwasser:

  • frei von Krankheitserregern
  • keine gesundheitsschädigenden Eigenschaften
  • keimarm
  • appetitlich
  • farblos
  • kühl
  • geruchlos
  • geschmacklich einwandfrei
  • geringer Gehalt an gelösten Stoffen

Gesamtheit der Maßnahmen zur Verbesserung der Trinkwasserbeschaffenheit. Dabei wird in verschiedenen Prozessen Rohwasser mit physikalischen, biologischen und chemischen Mechanismen behandelt um die Eigenschaften an den jeweiligen Verwendungszweck anzupassen.

Ziel ist es, dass das aufbereitete Wasser die Anforderungen der Trinkwasserverordnung an ein gutes Trinkwasser erfüllt.

Zur Trinkwasseraufbereitung gehören zum Beispiel die Entsäuerung, die Entkeimung, die Sterilisation sowie die Oxidation und Filtration.

Synonym: Regenwasserversickerung

siehe Regenwasserversickerung

Umfasst grundlegende Bestimmungen über wasserwirtschaftliche Maßnahmen (Wassermengen- und Wassergütewirtschaft). Der sachliche Geltungsbereich des Wasserhaushaltsgesetz erstreckt sich auf oberirdische Gewässer wie Flüsse, Seen usw.), auf Küstengewässer und auf das Grundwasser.

Von der Sonnenenergie abhängige, kreislaufmäßige, ständige Bewegung (Zirkulation) des Wassers zwischen den Ozeanen, der Atmosphäre und den Kontinenten in der Reihenfolge Verdunstung, Niederschlag und Abfluss.

Synonyme: Regenzisternen, Regenspeicher

siehe Regenspeicher

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